Dieser Text entstand, nachdem ich mich mit Jürgen Kaseks Bekenntnis zur Notwendigkeit der Antifa auseinandergesetzt habe. Neulich habe ich seinen Text „Als ich in Leipzig aufgewachsen bin“ während einer längeren Zugfahrt kurz überflogen und beschlossen mich zu späterem Zeitpunkt intensiver damit auseinanderzusetzen.  Bekenntnisse zur Antifa finden sich heute beinahe in allen großen Zeitungen der Republik, aber dieses leitet sich aus der Stadtgeschichte Leipzigs her und kann so nicht im Raum stehen gelassen werden.  Mein Text ist also durchaus als Antwort zu verstehen.

Kaseks Schilderungen mögen stimmen. In gewisser Weise muss ich ihm sogar zustimmen. Ich selbst kenne Leipzig, diese Metropole Ostdeutschlands der 90er Jahre, nur aus Erzählungen der sogenannten „Alten“. Und in diesen Erzählungen tauchen sie auch auf, die Skin Heads, die Prolls am Bahnhof und die Rowdys, die Langhaarigen mit Anarchiebutton am Rucksack eine Abreibung verpassen.

Dieses Leipzig habe ich niemals selbst kennengelernt. Mein Leipzig, ist die Messestadt von 2008 bis heute. Diese kennt keine Skin Head Horden und Nazi-Schlägertrupps mehr. Rein demographisch scheint die heimische Bevölkerung dieses Phänomen auch gar nicht mehr stellen zu können.

In meinem Leipzig gibt es das Café Dresden nicht mehr, und auch keine rechten Blocks und Straßenzüge. Die Leipziger Bevölkerung stirbt an Altersschwäche und wird durch Migranten ersetzt. Die zugezogenen Studenten aus westdeutschen Großstädten ändern daran auch nichts. Der Austausch findet auch in ihrer Heimat statt.

Mein Bewusstsein von Stadtgeschichte beginnt mit dem sogenannten Diskokrieg.  Machtkämpfe und ethnische Konflikten innerhalb und mit der Leipziger Türsteher- „Szene“ gipfelten  2008 im Tod eines 28 jährigen Russlanddeutschen. Todgeschossen vor der Leipziger Innenstadt Disko Mias. Der Täter gehörte zu der Gruppe Ausländer, die in diesem Konflikt die örtlichen Türsteher bekämpfte. Neben typischen Milieustreitigkeiten war auch die lokale Türpolitik in Leipzig für den Konflikt mitverantwortlich. Wie in anderen Städten auch, mussten aggressiv wirkende oder im Bandenzusammenhang aufkreuzende Migranten damals draußen bleiben. Kein Diskobetreiber wollte sich unnötiges Konfliktpotenzial in den Club holen.

Ethnische Konflikte beschränken sich seitdem  aber längst nicht auf das Nachtleben. In der berüchtigten Eisenbahnstraße bekriegen sich beinahe im Wochentakt syrische, irakische und libanesische Großfamilien. Hier in dem Leipziger Stadtgebiet in dem Deutsche bereits die Minderheit stellen. In meinem Leipzig sind es „Flüchtlinge“ die Joggerinnen im Rosenthal vergewaltigen, Drogen am Schwanensee verkaufen und am Hauptbahnhof Leute belästigen. Bei der Fecht-WM 2017 sind dem ungarischen Team diese Zustände aufgefallen. Im staatlichen  ungarischen Fernsehen berichteten sie von bewaffneten Migranten und massiven Sicherheitsrisiken in Leipzig. Und obwohl selbst das Conne Island, einer der berüchtigtsten linken Zentren Deutschlands, an seine Toleranzgrenze gegenüber Migranten kam, wollte Jürgen Kasek davon nichts wissen. 

Ich war noch zu jung, um mich tiefgreifend dafür zu interessieren, aber entsinne mich noch an den Leipziger Thor Steinar Laden in der Nähe des Hauptbahnhofs. Hier wurde, man muss die Marke nicht mögen um diesen Fakt zu betonen, Kleidung verkauft. Kleidung die in linken Kreisen auf heftige Ablehnung stieß. Antifagruppen nahmen sich also dem Ladengeschäft an. Bedrohungen von Kunden, Farbanschläge mit Bitumen und Prügelattacken auf Gäste folgten. 

In meinem Leipzig hat man sich an solche Vorkommnisse aber bereits gewöhnt. Schließlich ist sie die Stadt, in der im linken Viertel Connewitz regelmäßig schwerste Ausschreitungen stattfinden, Pflastersteine auf Beamte geworfen und Mülltonnen angezündet werden. Diese linksextremen Ausschreitungen sind stadt- und landesweit bestens bekannt. In meinem Leipzig werden vor Autohäusern reihenweise Luxuslimousinen angezündet, weil der Betreiber eine vermeintlich rechte Sportveranstaltung sponsored. Gerichte, Polizeistationen und zuletzt der Staatssenat können Geschichten von gut organisierten linksextremen Angriffen erzählen. 

In meinem Leipzig gibt es No Go Areas. Für die, die Rechte sind, oder dafür gehalten werden. Wer heute, wie jüngst einem Kanalarbeiter in Connewitz passiert, mit der falschen Klamotte im falschen Viertel auftaucht, bekommt sprichwörtlich vor den Kopf. Wohnungseinbrüche, zahlreiche Farbanschläge, Brandstiftungen und Überfälle in Überzahl könnten an dieser Stelle weiter ausgeführt werden.

Es mag sie gegeben haben, die Prügelnden Skin Head Cliquen zwischen dem Hauptbahnhof und der Blechbüchse. Aber während Jürgen Kasek zu dem geworden ist, was er verteufelt, einem alten, privilegierten weißen Mann, hat sich vieles geändert. Wenn ich heute barfuß und mit längeren Haaren durch die Höfe am Brühl gehe, sind es die rumlungernden Migrantengruppen, von denen die Drohkulisse ausgeht. Und wenn du die falsche Modemarke trägst, oder dem falschen Verein zugeordnet wirst, sind es linksextreme Antifas, die dich attackieren und des Viertels verweisen. Aber niemand in dieser Stadt, weder Frau noch Mann, muss sich vor plötzlich auftauchenden  Skin Head Banden, fürchten. 

4 Kommentare zu „Mein Leipzig…

  1. Das Leipzig, in dem ein Küchenstudio von, durch das Establishment protegierten, Linksterroristen die Schaufensterscheiben zerworfen bekommt, aufgrund einer reizend anmutenden weiblichen Holzfigur. Guter Text. Es ist jedoch nicht der „Staatssenat“ der angegriffenen wurde, sondern der 5. Strafsenat des BGH

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  2. habe damals den durchaus existierenden Skinterror in Berlin miterlebt und wurde auch von einem dieser Irren beim legendären Überfall auf das Konzert in der Zionskirche 1987 umgehauen. Dies hindert mich allerdings nicht eine Veränderung der Bedrohungssituation wahrzunehmen so wie Du sie beschrieben hast. Die Linke ( zu der ich mich bis 1989 durchaus zugehörig gefühlt habe) verkennt hier völlig die Lage und ist mittlerweile auf dem geistigen Niveau der Skins der 90er angelangt.

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  3. Als Leipziger muss ich dem vollumfänglich zustimmen! Es gibt hier weder die überall prognostizierten Nazi-Horden, noch traut sich in Leipzig dank der hier akut vorherrschenden ANALTIFA-Hoheit jemand zu der offenen Wahrheit, die heutzutage als völkische, nationalistische, populistische, rechte buhbuh-böse Nazi-Gangster-Hetzer-Sprache gilt…

    Leipzig ist kaum sicher, kaum noch attraktiv… Leider… auch dank des Kasek…

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